69. Das Gut Mensch – Von den Schwierigkeiten im Umgang mit Wachkomapatienten


Wachkoma. Was ist das?

Patienten im Wachkoma haben die Augen geöffnet, sind aber nicht bei Bewusstsein. Vereinzelt zeigen sie allerdings Zeichen einer gewissen Wahrnehmung – sie reagieren zum Beispiel auf laute Geräusche, wenden den Kopf. Auch scheinen sie manchmal vor allem beim Anblick von vertrauten Personen zu lächeln.

Auslösende Faktoren für ein solches Wachkoma sind zum Beispiel ein Sauerstoffmangel des Gehirns – häufig nach einem Kreislaufversagen mit Herzstillstand, wenn der Patient durch eine Reanimation zurück ins Leben geholt wurde. Auch schwere Schlaganfälle, Hirnblutungen oder ein Schädelhirntrauma nach Verkehrsunfällen oder Stürzen können Patienten in ein Wachkoma versetzen.

Familienangehörige fühlen sich unsicher und sind geschockt, wenn sie erfahren, was mit einem ihnen nahe stehenden Menschen geschehen ist. Neben der Angst, dem Patienten Schmerzen zuzufügen, leiden Angehörige darunter, dass sie sich mit ihm nicht austauschen und ihn zum Beispiel nach seinem Befinden fragen können. Sie registrieren, wie hilflos er der Situation und seiner Behandlung ausgeliefert ist, und beginnen, sich für ihn verantwortlich zu fühlen, indem sie stellvertretend auf seine Bedürfnisse achten.

 

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